Bodenprobe richtig nehmen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wofür ist die Bodenbeprobung sinnvoll?

Die Qualität Ihrer Bodenanalyse steht und fällt mit der Probenahme. Repräsentative Proben entstehen durch saubere Flächenabgrenzung, eine ausreichende Zahl an repräsentativ verteilten Einstichen und eine nachvollziehbare Dokumentation. Diese Anleitung unterstützt Sie Schritt für Schritt.

Sie beschreibt, wie Bodenproben auf Acker- und Grünland richtig entnommen werden, um den Düngebedarf für Phosphor (P), Kalium (K), Magnesium (Mg), Natrium (Na), Kupfer (Cu), Mangan (Mn), Zink (Zn), Bor (B) und den pH-Wert (Kalkbedarf) zu bestimmen. Diese Hinweise gelten auch für die Bestimmung der Bodenart, des Humusgehalts, der Phosphor-Freisetzungsrate und der Kationenaustauschkapazität (KAK).

Wo soll die Probe genommen werden?

Für ein repräsentatives Ergebnis müssen auf jedem Schlag bis 3 ha mindestens 20 einzelne Einstiche – gleichmäßig über die Fläche verteilt – zu einer Mischprobe vereint werden. Größere Schläge sollten in Teilschläge unterteilt werden. Diese sollten nicht größer als 2-3 ha sein. Nähere Informationen, warum und wie Schläge unterteilt werden, erhalten Sie im DLG-Merkblatt 407 (Link öffnet neue Website).

Nicht auf geraden Linien oder nur in Bearbeitungsrichtung beproben, sonst können Düngerstreifen das Ergebnis verfälschen. Gehen Sie im Zickzack oder in S-Kurven.

Folgende Stellen bei der Beprobung auslassen, denn sie würden die Ergebnisse der Probe stark verändern:

  • Vorgewende

  • Alte Dunglager, Mietenplätze, auf Grünland Kot- und Tränkestellen

  • Umladeplätze für Kalk, Klärschlamm oder Dünger

Wie wird die Probe entnommen?

So geht’s Schritt für Schritt:

  1. Stelle leicht festtreten.

  2. Auf Ackerland den Bohrstock bis 30 cm tief oder bis zur Bearbeitungstiefe in den Boden drücken. Auf Grünland beträgt die Entnahmetiefe stets 10 cm.

  3. Bohrstock leicht drehen und vorsichtig herausziehen – der Bohrkern soll komplett im Bohrer bleiben.

  4. Auf Ackerland ca. 20 Einstiche pro Schlag entnehmen, auf Grünland 20–30 Einstiche.

  5. Die Einstiche in einen 10-Liter-Eimer geben.

  6. Pflanzen- und Wurzelreste und auf Grünland den Grasfilz entfernen.

  7. Alles im Eimer gut durchmischen. Zusammenklebenden Boden dabei in 1-2 cm große Stücke zerteilen.

  8. Etwa 400 g Boden in eine Papiertüte oder einen Plastikbeutel füllen. Die Tüten der LUFA Nord-West haben einen Füllstrich, bis zu dem die Tüte gefüllt wird. Tüte nur durch Falten verschließen, bei Einzelproben ggf. ein Gummiband darüber streifen. Niemals tackern oder Klebeband verwenden, weil dies im Labor zu Verletzungen führen kann und den Arbeitsaufwand stark erhöht!

Wie wird die Probe beschriftet und welcher Untersuchungsauftrag wird benötigt?

Probenummer, Name und Anschrift des Kunden mit wasserfestem Stift auf die Tüte schreiben.

Den Untersuchungsauftrag Boden (Link öffnet PDF) beilegen und mindestens folgende Felder ausfüllen:

  • Kontaktdaten und Adresse des Kunden: vollständiger Name, Straße und Hausnummer, Ort und Postleitzahl, E-Mail-Adresse, Nummer des Mobiltelefons, Kundennummer bei schon bestehenden Kunden

  • Name des Probenehmers (falls der Kunde nicht der Probenehmer ist)

  • Schlagbezeichnung(en)

  • Gewünschte Untersuchungen

  • Datum und Unterschrift

Der Untersuchungsauftrag Boden kann hier (Link öffnet PDF) heruntergeladen, online ausgefüllt und anschließend ausgedruckt werden, um ihn den Proben beizulegen. Bei größeren Probenmengen bieten wir Verfahren an, die Auftragsdaten online zu übertragen. Sprechen Sie uns hierzu bitte an.

Geräte & Versand

Welche Geräte werden für die Probenahme benötigt?

Bohrstöcke können bei der LUFA Nord-West auf Anfrage kostenlos ausgeliehen oder zum Selbstkostenpreis gekauft werden. Probentüten gibt es ebenfalls bei der LUFA Nord-West.

Rufen Sie bei Fragen gerne unter der Telefonnummer 05151 9871-40 an oder senden Sie eine E-Mail an probenannahme-hm@lufa-nord-west.de.

Wie gelangen die Proben zum Labor der LUFA Nord-West?

Die Proben können per Post an die LUFA Nord-West, Finkenborner Weg 1A, 31787 Hameln oder über die Sammelstellen des LUFA-Abholdienstes verschickt werden. Von dort werden sie mit dem Kurierdienst der LUFA Nord-West ins Labor transportiert. Eine Karte mit Angaben zu den Abholzeiten finden Sie hier (Link öffnet neue Seite) oder über den nebenstehenden QR-Code.

Werden mehrere Proben im Karton verschickt, sind Leerräume auszufüllen z. B. mit geknülltem Papier oder Luftpolsterfolie, damit die Tüten nicht umfallen und aufgehen.

Welcher Untersuchungsumfang ist sinnvoll?

Wenn keine besonderen Wünsche angegeben sind, werden standardmäßig pH-Wert (Kalkbedarf), Phosphat (P₂O₅), Kalium (K₂O), Magnesium (Mg) bestimmt. Zusätzlich empfehlen wir die Untersuchung auf die Mikronährstoffe Kupfer (Cu), Mangen (Mn), Zink (Zn) und Bor (B). Weitere sinnvolle Untersuchungen sind die Bestimmung der Phosphor-Freisetzungsrate, der Bodenart, des Humusgehalts sowie der Kationenaustauschkapazität. Nähere Angaben zu den Untersuchungen finden Sie hier (Link öffnet neue Seite).

Häufige Fragen zur Bodenprobenahme (FAQ)

Wie groß sollte eine Teilfläche sein?

Sie sollte im Hinblick auf Bodenart, Relief (Kuppe – Hang – Senke) und Vorbewirtschaftung homogen sein. Eine Größe von 2 bis 4 ha sollte nicht überschritten werden, da das Ergebnis sonst nicht mehr repräsentativ ist.

In der Regel 20. Auf Grünland können es auch 25 sein, weil Grünland in der Fläche noch unterschiedlicher als Ackerland ist.

Vorgewende, Lagerstellen, tiefe Senken, Randbereiche (zum Beispiel Waldränder).

„Eine Probe für alles“ trotz heterogener Fläche.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Fläche homogen genug ist oder welche Probenlogik passt: Nutzen Sie die Ansprechpartner im Bereich Boden. Für die Abgabe wählen Sie eine Probenannahmestelle und legen Sie den Untersuchungsauftrag bei.