Bodenuntersuchung auf Nmin und Smin – Düngeplanung & Grundwasserschutz

Wofür ist die Untersuchung auf Nmin und Smin sinnvoll?

Die Untersuchung auf Nmin und Smin liefert die aktuell pflanzenverfügbaren Mengen an Stickstoff und Schwefel im Boden. Damit können Düngegaben präziser geplant, Bodenvorräte besser genutzt und die Nährstoffeffizienz verbessert werden – insbesondere bei witterungs- und standortabhängigen Schwankungen.

Der ideale Zeitpunkt für eine Untersuchung auf Nmin und Smin ist daher im Frühjahr unmittelbar vor der ersten Düngung.

Die Düngeverordnung schreibt in § 4 (Link öffnet neue Seite) die Düngebedarfsermittlung für Stickstoff und hier die Verwendung von Nmin-Werten zur Ermittlung des Bodenvorrats an verfügbarem Stickstoff vor. Neben der Verwendung von Richtwerten der zuständigen Länderbehörden ist es zulässig, eigene Nmin-Werte zu verwenden.

Ein weiterer Einsatzzweck für Nmin ist die sogenannte Spätbeprobung zu Mais im 4- bis 6-Blatt-Stadium Ende Mai/Anfang Juni. Mit dieser Beprobung wird festgestellt, ob der mineralische Stickstoffvorrat im Boden für die Ernährung der Pflanze bis zur Ernte ausreicht oder ob eine Nachdüngung erforderlich ist.

Welche Nährstoffe und Bodeneigenschaften werden bestimmt und warum?

Nmin

Das Kürzel „min“ steht für „mineralisch“ und bezeichnet bei Stickstoff die beiden Formen Nitratstickstoff (NO3-N) und Ammoniumstickstoff (NH4-N). Der mineralische Stickstoff im Boden entsteht, wenn Bodenmikroorganismen die organische Substanz im Boden abbauen. Die Aktivität der Mikroorganismen ist am höchsten bei mittleren Feuchtegehalten des Bodens. Wassermangel hemmt die Tätigkeit der Mikroorganismen genauso wie Wasserüberschuss (Sauerstoffmangel). Der zweite wichtige Faktor ist die Temperatur: Unter 5 °C ist der Abbau minimal und steigt mit zunehmender Bodentemperatur deutlich an. Deswegen müssen Nmin-Proben nach der Entnahme sofort bei 4 °C gekühlt werden.
Da Nitratstickstoff im Boden mobil ist und verlagert werden kann, andererseits die Pflanzenwurzel den Stickstoff auch aus größeren Tiefen aufnehmen kann, erfolgt die Probenahme in einer Tiefe bis 90 cm, und zwar in drei Abschnitten von 0-30, 30-60 und 60-90 cm. Durch die abschnittsweise Beprobung wird ersichtlich, ob der mineralische Stickstoff gleichmäßig über das Profil verteilt ist oder ob es Schwerpunkte oben, in der Mitte oder unten gibt. Dies hat insbesondere bei Wintergetreide Konsequenzen für die Düngung: Bei hohen Stickstoffmengen in der untersten Schicht sollte die Andüngung bei der ersten Gabe etwas höher erfolgen, weil die Pflanze diese Mengen erst zu einem späteren Zeitpunkt in der Vegetationszeit erreichen.

Smin

Das Kürzel „min“ steht für „mineralisch“ und bezeichnet bei Schwefel den Sulfatschwefel (SO4-S). Der mineralische Schwefel im Boden entsteht, wenn Bodenmikroorganismen die organische Substanz im Boden abbauen. Die Aktivität der Mikroorganismen ist am höchsten bei mittleren Feuchtegehalten des Bodens. Wassermangel hemmt die Tätigkeit der Mikroorganismen genauso wie Wasserüberschuss (Sauerstoffmangel). Der zweite wichtige Faktor ist die Temperatur: Unter 5 °C ist der Abbau minimal und steigt mit zunehmender Bodentemperatur deutlich an. Deswegen müssen Smin-Proben nach der Entnahme sofort bei 4 °C gekühlt werden.
Da Sulfatschwefel im Boden mobil ist und verlagert werden kann, andererseits die Pflanzenwurzel den Stickstoff auch aus größeren Tiefen aufnehmen kann, erfolgt die Probenahme in einer Tiefe bis 60 cm, und zwar in den beiden Abschnitten von 0-30 und 30-60 cm. Durch die abschnittsweise Beprobung wird ersichtlich, ob der mineralische Stickstoff gleichmäßig über das Profil verteilt ist oder ob es Schwerpunkte gibt. Eine Smin-Untersuchung kann mit der Nmin-Untersuchung vor der ersten Düngung kombiniert werden. Eine spätere Untersuchung ist nicht sinnvoll, da die Erfahrung aus Düngeversuchen zeigt, dass eine einmalige Schwefelgabe zu Vegetationsbeginn bei allen Kulturen den Bedarf für die ganze Vegetationsperiode deckt.

Wie laufen Beprobung und Untersuchung ab?

  1. Haben Sie vorab Fragen? Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf:
    Dr. Sören Hansen | Tel.: +49 5151 9871-24 | soeren.hansen@lufa-nord-west.de
    Rita Wellhausen | Tel.: +49 5151 9871-64 | rita.wellhausen@lufa-nord-west.de

  2. Fläche definieren!
    Klären Sie, welche Flächen beprobt werden sollen. Berücksichtigen Sie dabei die angebauten Kulturen und unterschiedliche Bodenarten auf Ihrem Betrieb.

  3. Probe nehmen
    Entscheiden Sie, ob Sie selbst Proben nehmen wollen oder einen Probenehmer beauftragen möchten. Es handelt sich um eine schwere körperliche Arbeit, die in der Regel maschinell durchgeführt wird. Wir können Ihnen Probenahmegeräte ausleihen oder Ihnen einen professionellen Probenehmer vermitteln. Eine detaillierte Probenahme-Anleitung mit Hinweisen zu Probenmengen, Verspackung uns Versand erhalten Sie unter diesem Link (PDF).
    Wichtig: Die Probe muss von der Probenahme bis zum Labor bei 4 °C gekühlt werden! Unsere Probenehmer verfügen über Kühleinrichtungen auf ihren Fahrzeugen. In fast allen unseren Probenannahmestellen (Link öffnet neue Seite) sind Kühlschränke vorhanden. Unsere Kühlfahrzeuge holen die Proben ab.

  4. Untersuchungsauftrag
    Laden Sie unseren Untersuchungsauftrag (PDF) herunter und wählen Sie die für Sie passenden Untersuchungen aus.

  5. Abgabe/Versand
    Bringen Sie die Probe zu einer unserer Annahmestellen (Link öffnet neue Seite) oder senden Sie sie uns zu:
    LUFA Nord-West
    Finkenborner Weg 1A
    31787 Hameln

  6. Ergebnisbericht/Düngeempfehlung
    Nach ca. 2 Werktagen erhalten Sie den Prüfbericht per E-Mail.

Häufige Fragen zur Nmin- und Smin-Untersuchung (FAQ)

Warum schwanken Nmin-Werte im Laufe der Vegetationszeit?

Die Mineralisation von Stickstoff ist abhängig von dem Angebot aus mineralisierbaren Substanzen (Wurzeln, Ernterückstände, anderes organisches Material) und temperatur- und feuchteabhängig. Niederschläge beeinflussen die Verlagerung und auf leichten Böden die Auswaschung.

Neben der Anzahl der Einstiche (16 je Probe) ist der wichtigste Faktor die Einhaltung einer geschlossenen Kühlkette bei höchstens 4 °C von der Probenahme bis zum Labor.

Ja, das ist möglich. Kreuzen Sie das entsprechende Feld auf dem Untersuchungsauftrag an.

Nmin ist die Grundlage der Stickstoff-Düngebedarfsermittlung. Von einem Stickstoff-Sollwert für jede Kultur wird unter anderem der Nmin abgezogen, um den Düngebedarf zu ermitteln. Das gleiche gilt für Smin in Bezug auf Schwefel.